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Stefanie Auerbach: „Ich bin ein echtes Forschter Mädel und Forst ist meine Heimat“
Begegnungen - Veröffentlicht am 20.07.2014 17:30 von Helmut Fleischhauer

Am Mittwoch der vergangenen Woche traf ich mich mit Stefanie Auerbach im Restaurant und Cafe Rosenflair im Ostdeutschen Rosengarten in Forst (Lausitz). Seit ihrer Krönung zur 25. Forster Rosenkönigin während der Rosengartenfesttage ist sie weitaus besser als Stefanie I. bekannt.
Nach drei offiziellen Terminen bei der Pflanzung einer Rose an der Evangelischen Grundschule und Antrittsbesuchen bei zwei Sponsoren, der Sparkasse Spree-Neiße und der Autohaus Igel GmbH & Co.KG kam sie in ihrer königlichen Robe. Der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet und bemühte sich mit Grollen in der Ferne, die Schwüle des Tages zu vertreiben. Ihrer guten Laune mit einem strahlenden Lächeln tat das aber keinen Abbruch


Helmut P. Fleischhauer: Bei Deiner Krönung war der Ablauf in diesem Jahr ja etwas anders. Du musstest nicht hinter der Bühne bis zu Deiner Vorstellung und Krönung warten. War die Wartezeit im Rosenflair weniger aufregend und anspannend?

Stefanie Auerbach: Oh nein, das war sie überhaupt nicht. Vom Trauzimmer aus konnte ich zwar auch ein wenig sehen statt nur zu hören was auf der Bühne passierte, aber die Anspannung und Nervosität stiegen von Minute zu Minute. Das war einfach Stress pur. Als es dann endlich soweit war, empfand ich die Begleitung durch den scheidenden Prinzgemahl Volker und den zukünftigen Prinzgemahl Hendrik, meinen Mann, auf dem Weg zur Bühne als Unterstützung und eine Art Schutz. Mit dem vorausgehenden Violinenspieler war bereits der Weg sehr feierlich.

hpf: Als ich zu Beginn der Veranstaltung Volker so fein gekleidet und mit Zylinder sah, dachte ich spontan …

Stefanie: (mit einem Lachen ) An einen Heiratsantrag …

hpf: Ja, genau. Als dann noch ein mir unbekannter Herr ebenfalls so gekleidet kam, war ich verwundert. Zurück zur Krönung und Deiner Antrittsrede … danach begann Deine Amtszeit ja gleich mit langen Nächten und ebenso langen Tagen.Wie hast Du die Rosengartenfesttage erlebt?

Stefanie: Aufregend und spannend. Die vielen freundlichen Menschen; Gespräche, Fotos, Autogrammkarten. Allein der Weg vom Pavillon bis zum Kaskadenbrunnen hat zwei Stunden gedauert. Der Rosengarten, die vielen, fröhlichen und freundlichen Besucherinnen und Besucher, überall Musik, das Feuerwerk … all das habe ich ganz anders und viel intensiver als jemals zuvor erlebt. Die Tage gingen so schnell vorbei, wie im Flug.

hpf: Waren die Festtage sehr anstrengend? Oder ist das eine Art Euphorie, die einen die Anstrengung gar nicht spüren und die Zeit scheinbar vorbeihuschen lässt?

Stefanie: So ist es wohl. Nein, ich habe es nicht als anstrengend empfunden. Als die Festtage vorüber waren und ich am Sonntag zu Hause war, habe ich mich erst einmal entspannt ausgestreckt, die Tage Revue passieren lassen und ganz besonders die Fußmassage genossen, mit der mich mein Mann verwöhnt hat.

hpf: Viel Zeit hattest Du ja nicht, es folgten bald weitere Auftritte, es müssen so 5 gewesen sein. Kommt so langsam die Routine?

Stefanie: Ach was, die Auftritte sind zwar unterschiedlich, in einer Schule bin ich weniger angespannt, da ich ja beruflich viel mit Kindern zu tun habe, das Lampenfieber kommt aber jedes Mal neu.

hpf: Ich finde das sehr sympathisch und menschlich. Die Rosenköniginnen engagieren sich ja ehrenamtlich für ihre Stadt Forst, den Rosengarten und die Region. Also keine Profis, die einfach nur ihren Job machen. Du hast ja beruflich mit Menschen zu tun. Ist das für Dich hilfreich bei Auftritten als Rosenkönigin?

Stefanie: Ich denke schon. Zur Ausbildung einer Physiotherapeutin gehört auch die freie Rede mit großen und kleinen Patienten, Angehörigen und Verwandten. Und in den vielen Fortbildungen gehört das ebenfalls dazu. Morgen findet wieder eine Fortbildung statt, die bis zum Sonntag dauert.

hpf: Du arbeitest ja viel mit Kindern, darunter auch Kindern mit Behinderungen. Was bedeutet Dir Dein Beruf?

Stefanie: Manchmal reichen bereits kleine Übungen oder kleine Hilfsmittel um den Patienten Linderung zu verschaffen. Das zu sehen und zu erleben macht mich sehr glücklich.

hpf: Aus Deinem Beruf ist eine Berufung geworden ….

Stefanie: Ja, genau so ist es.

hpf: Zurück zu den Anfängen .. und Deinem Weg zur 25. Forster Rosenkönigin. Hattest Du schon immer den Wunsch, einmal Rosenkönigin zu werden?

Stefanie: Ich denke, wohl jedes kleine Mädchen träumt davon, einmal eine Prinzessin oder gar Königin zu sein. Bei mir war das nicht anders. Später dachte ich nicht mehr weiter daran. Meine Familie, die Kinder und mein Beruf standen im Mittelpunkt. Als dann wieder die Zeit der Bewerbung für das Amt der 25. Forster Rosenkönigin begann, wurde mir im Freundeskreis immer wieder gesagt, ich solle mich doch bewerben, ich könne das bestimmt gut. Ich dachte intensiver darüber nach, besprach meine Gedanken mit meinem Mann und mit seiner Rückendeckung und dem Wissen um die volle Unterstützung durch ihn habe ich dann angerufen und um ein Gespräch gebeten.

hpf: … und dann begann die geheime Vorbereitungszeit.

Stefanie: Das war eine spannende Zeit. Es dauerte ja eine Weile, bis ich von der Jury ausgewählt wurde. Danach wurde die Vorbereitungszeit so richtig 'konspirativ'. Niemand durfte mich zum Beispiel beim Einsteigen in das Auto von Frau Stadach oder sonst jemanden aus dem Team sehen, da ja alle wissen, dass Frau Stadach so etwas wie die 'Königinnenmutter' ist. Wir haben oft kurzfristig eigenwillige Treffpunkte ausgemacht und dann gab es einen fixen Wechsel von einem Auto ins andere Auto.
Etwas für mich sehr, sehr Wichtiges möchte ich an dieser Stelle sagen.
Die Unterstützung durch das gesamte Vorbereitungsteam ist etwas ganz Besonderes. Es hat sich ein Vertrauensverhältnis entwickelt und ich kann jederzeit bei Fragen anrufen. Wir sprechen offen miteinander, unterschiedliche Meinungen werden im Klartext besprochen und Lösungen gefunden, die alle mittragen können. Da gibt es kein 'Drumherumgerede'. Das ist eine ganz wichtige Säule für das Amt als Forster Rosenkönigin.
Dazu kommt als zweite wichtige Säule das Engagement der Sponsoren. Auch diese Unterstützung der Rosenkönigin ist ebenfalls etwas ganz Besonderes.
Diese Unterstützung durch so viele Menschen macht das Amt leichter und auch schöner.

hpf: Forst, Deine Heimatstadt .. sage doch bitte etwas darüber?

Stefanie: Ich bin in Forst geboren und aufgewachsen, hier ist meine Familie, hier leben meine Freunde, hier fühle ich mich wohl. Forst hat so viel Schönes zu bieten. Die Stadt selbst und die Natur in der Umgebung. Ich nenne da einmal das Naturschutzgebiet Euloer Bruch. In der Stadt selbst blühen an so vielen Straßen und in privaten Gärten Rosen, Forst ist wirklich die Stadt der Rosen. Es gibt wunderbare Bauwerke, Kunstwerke, Denkmäler und so viel mehr. Ich weiß, dass es auch weniger schöne Ecken gibt, aber die gibt es in jeder Stadt. Ich wünsche mir, dass die Forsterinnen und Forster immer wieder bei den vielen schönen Dingen hinschauen und sie zur Kenntnis nehmen.
Ich bin eben ein echtes Forschter Mädel und Forst ist meine Heimat.

hpf: Nun habe ich noch weitere Fragen, aber Dein letzter Satz war das perfekte Schlusswort. Lassen wir es dabei.

Es war schön, Dich etwas näher kennenlernen zu dürfen und unsere Plauderei hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Für Deine zukünftigen Auftritte als Botschafterin der Stadt Forst , des Rosengartens und der Region – das 750-jährige Jubiläum der Stadt ist ja eine anstehende große Herausforderung - wünsche ich Dir viel Erfolg und ein Quentchen Gelassenheit.

Und wenn Du vor einem Auftritt wieder dieses Kribbeln verspürst, dann denke einfach daran, dass viele Menschen gerade diese sehr menschlichen Regungen an einer Königin schätzen.

Ich danke Dir, Stefanie.