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Christian IV.: „Dat schall glücken und dat mutt glücken, und denn schall se ok Glückstadt heten!“
Begegnungen - Veröffentlicht am 07.08.2015 14:59 von Helmut Fleischhauer


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Beim Besuch in Glückstadt an der Elbe weht ein kräftiger Westwind und hinterlässt seine Spuren auf dem Seitenarm der Elbe mit einem Wellenmuster. Hinter der Insel, die die beiden Elbarme trennt, ziehen Hochseeschiffe gen Nordsee oder in Richtung Hamburg.
Glückstadt wurde 1617 von Christian IV. (König von Dänemark und Norwegen und Herzog von Schleswig und Holstein) gegründet, um dem wachsenden Hamburg einen Gegenpol zu bieten. Der Ort sollte eine uneinnehmbare Festungs- und Hafenstadt an der Unterelbe werden.
Neue Einwohner gewann er durch sein Versprechen, Religionsfreiheit zu garantieren. Die ersten Einwohner übersiedelten aufgrund der kostenlos zur Verfügung gestellten Baugrundstücke und Steuerfreiheiten aus den Orten der näheren Umgebung in die neue Stadt. 1619 erhielten aus Portugal vertriebene und anfangs in die Niederlande geflüchtete Juden ein Privileg für die Ansiedlung in Glückstadt. Zusammen mit den wegen des spanisch-niederländischen Krieg aus den Niederlanden geflohenen Reformierten siedelten sie sich ab 1620 in der neuen Stadt an.

Die niederländischen Spuren sind in Glückstadt noch gut am Baustiel vieler Häuser zu sehen. Ein Kanal verläuft in der Mitte der Hauptstraße. Im Binnenhafen dümpeln Segel- und Motoryachten. Das Tempo ist gemächlich, für ein Schwätzen ist immer etwas Zeit. Hamburg ist zwar nicht weit weg aber zu weit um Hektik in dieses Städtchenen mit so 11.000 Einwohnern zu tragen.

In den Dörfern ringsum ducken sich reetgedeckte kleine Häuser hinter den Deichen. Ein Bewohner weist den richtigen Weg für die Abfahrt auf seine knorrige Art: „Fahr man rund um den Pudding hier geradeaus und dann rechts ab. Zurück durch Glückstadt musste durch zwei Kreisel. Wirste ja ganz tüddelig im Koppe.“

Warum diese schöne Stadt nun Glückstadt heißt ist ganz einfach. König Christian IV. sagte bei der Gründung: „Dat schall glücken und dat mutt glücken, und denn schall se ok Glückstadt heten!“