Begegnungen - Gedanken - Erlebnisse   
Als wir noch barfuß durch die Gegend liefen
Gedanken - Veröffentlicht am 02.12.2015 19:06 von Helmut Fleischhauer

Es ist noch nicht lange her. So 50 bis 60 Jahre, da liefen wir noch in allen Monaten, in denen kein 'r' vorkam, barfuß. Na gut, nicht immer, aber nach der Schule war das so. Im Mai war es soweit, kein 'r' mehr im Namen des Monats, endlich. Nach einem Frühlingsregen barfuß zu laufen war einfach herrlich. Die Matsche quoll so zwischen den Zehen durch nach oben. Das war wie der direkte Kontakt zur Natur.
Wir hatten keine Angst vor Scherben, das gab es nicht. Flaschen und Gläser wurden sorgfältig gereinigt und aufbewahrt und für Säfte oder zum Einkochen verwendet. Direktes Recycling würde es wohl heute heißen. Kann natürlich auch sein, dass es heute Vorschriften gibt, die das aus welchen Gründen auch immer verbieten.
Wie auch immer, in der Zeit gab es keine Scherben auf den Wegen.Barfuß und Stoppelfelder? Das war überhaupt kein Problem. Eine Frage der Lauftechnik; flach laufen war die Devise. Nicht von oben auf die Stoppeln treten sondern flach die Füße über dem Boden bewegen. Das war kein Problem für uns Kinder
Pfützen und Tümpel waren für uns etwas ganz Besonderes, Abenteuerspielplätze der besonderen Art. Da gab es Kaulquappen, die wir fingen, in Weckgläser umsetzten und mit Mückenlarven und Wasserflöhen fütterten. Es sollte ihnen ja gut gehen. Wenn die Quappen Beine entwickelten, entließen wir sie wieder in die Freiheit. Lernen wollte wir, sie beobachten .. aber sie nicht töten.
Die Natur ist ein Teil von uns, Respekt vor der Natur habe ich schon als Kind gelernt. Mein Papa, der Gärtner, hat mich das gelehrt.

Die Zeit, über die ich sinniere war nicht lange nach dem 2. Weltkrieg, der Millionen Opfer gefordert hat. Nun möchte unsere Regierung wieder in einen Krieg ziehen. Irgendwann kommen die Leichensäcke mit Soldaten wieder nach Deutschland. Hört damit auf! Man kann weder Öl mit Öl abwaschen noch Blut mit Blut reinigen.

Hockt euch an eine Pfütze und staunt über die Wunderwerke der Natur und vergesst Hass und all das.

Wir alle haben nur diese eine Welt.

Foto © Tarquin
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