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Die Quadratur des Kreises
Gedanken - Veröffentlicht am 22.04.2016 18:20 von Helmut Fleischhauer

Ich wollte diesen Blog ja primär für die schönen Dinge des Lebens nutzen, aber manchmal müssen Gedanken einfach raus.

Es ist nicht immer einfach, den Gedankengängen von Politikern zu folgen. Die nächste Bundestagswahl nähert sich und alle Parteien bemühen sich, das perfekte Wahlkampfthema auf die Fahnen zu schreiben, um Wähler zu locken. Schließlich geht es um den Erhalt eines hohen politischen Gutes; Macht und Pfründe.
Die Deutschen machen sich Sorgen um ihr Auskommen im Alter, zu Recht. Also sind die Renten das Thema, das sich die etablierten Parteien für den kommenden Wahlkampf auf die Fahnen geschrieben haben. Die SPD ruft nach einem Stopp der Rentenabsenkung und hat dabei vollkommen vergessen, dass das während der Regierung der SPD unter Kanzler Schröder beschlossen wurde. Diese Partei hat mit dem Ende der Ära Schmidt ihr 'soziales' 100-jährigen Erbe in ihrem Parteinamen verraten, an der Umverteilung von unten nach oben kräftig mitgewirkt und bangt nun um den Abrutsch in die Bedeutungslosigkeit. Nicht besser die CDU/CSU, einst die Partei der Mittelschicht und heute die Partei der Hochfinanz. Auch sie hat ihre früheren Stammwähler mit unzähligen Verordnungen, Gesetzen und Bestimmungen in Bedrängnis gebracht und sie damit verraten. Gibt es eine Schieflage bei einer Bank, fließen Milliarden zu deren Rettung, gerät ein Mittelständler in eine Schieflage ist es sein Risiko. Und wenn ein Freiberufler oder ein Kleinunternehmer in eine Schieflage gerät, landet er beim entwürdigenden Alg II, bekannt als HARTZ IV. Das ist übrigens auch eine Erfindung der SPD, man achte auf das 'S' im Parteinamen. Es steht oder besser stand einmal für 'sozial'. Vermutlich haben viele vergessen, das Peter Hartz, SPD-Mitglied und einst Mitglied des Vorstandes bei VW, 2007 zu 2 Jahren auf Bewährung verurteilt wurde und somit vorbestraft ist. Warum ist leicht zu recherchieren.
Zurück zum kommenden Wahlkampfthema Rente.
So beklagt Minister Schäuble, dass junge Leute nicht mehr für das Alter sparen. Das ist zu lesen in einer Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest. Die junge Generation wolle das Leben zunächst genießen, so die Autoren um den Jugendforscher Klaus Hurrelmann.
Deshalb plädiert es für eine Rente ab 70, die jeweils an die Lebenserwartung angeglichen werden soll.
Das Renteneintrittsalter könnte so irgendwann auf 80 steigen. Ich sehe bereits die 75-Jährigen vor Augen, die mit dem Rollator von ihren HARTZ IV empfangenden Enkeln zu Arbeit begleitet werden.
Der makabre Film „Soylent green“ lässt grüßen.

Mit dem Sparen ist das so eine Sache. Die EZB hat die Nullzinspolitik eingeführt um den Konsum anzukurbeln. Die Menschen in der EU sollen nicht sparen sondern das Geld ausgeben. Sparen bedeutet aber Verlust, da die Zinsen lachhaft sind und die Inflation das gesparte Geld allmählich auffrisst.
Was nun, ihr klugen Politiker, Geld ausgeben oder für das Alter sparen um nicht in Altersarmut zu enden? Verehrte Politiker, ihr solltet euch da mal einigen, die Quadratur des Kreises hat noch nie funktioniert.

Ich habe da noch eine Frage: Politiker müssen doch einen Eid leisten zum Wohle des Volkes zu handeln. Wie nennt man es, wenn das überhaupt nicht ihre Absicht ist? Meineid oder wie?

Foto © Avij, veröffentlicht bei wikipedia.org als frei verwendbares Foto