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Die hohe Kunst der Manipulation
Gedanken - Veröffentlicht am 14.01.2017 17:08 von Helmut Fleischhauer

Berichterstattung ist höchst schwierig zu durchschauen. Was ist wahr, was ist nicht wahr und was ist weniger oder auch mehr manipuliert. Ganz besonders heute erlebt die hohe Kunst der Manipulation mit Worten wieder einmal eine Blütezeit. Nicht nur in Medien sondern auch in den sozialen Netzwerken. Verehrte Leserinnen und Leser, erlauben Sie mir einige aktuelle Beispiele und Beispiele aus der Geschichte.
Ein nicht ganz aktuelles Beispiel aber in der Boulevardpresse noch immer sehr beliebt, sind schreierische und vorverurteilende Schlagzeilen mit Fotos und Vermutungen. „IST DAS DER KINDERSCHÄNDER?“. Dazu ein Foto einer Person mit einem nicht allzu kräftigen schwarzen Balken über den Augen. Die Schuld der betroffenen Person wurde noch nicht erwiesen, aber er wird erkannt und sein Leben ist ruiniert. Wenn sich dann später herausstellt, dass er absolut nicht schuldig ist, ist es für den Betroffenen zu spät. Der Hinweis steht irgendwo auf Seite x, sein Leben bleibt ruiniert. All das für eine Schlagzeile …. Widerlich.
Blicken wir ein wenig zurück.
In der Nachkriegszeit gab es einen Kampf zwischen Zöllnern und Kaffeeschmugglern an der belgisch-deutschen Grenze. Es kam schon mal vor, dass ein Zöllner einen noch minderjährigen Kaffeeschmuggler bei seiner Flucht erschoss. Über den Zöllner wurde in der Presse als den 'Unglücksschützen' berichtet. In Zeiten des kalten Krieges war ein Soldat der DDR-Grenztruppen, der einen Flüchtling erschoss aber ein 'Todesschütze'. Ich denke mal, beide Schützen haben lange unter ihrem Tun gelitten und sich gefragt „Hätte ich nicht doch …. „
Verehrte Leserinnen und Leser, bevor Sie mir nur irgend etwas unterstellen, lesen Sie noch einmal meine Einleitung. Es geht um die Kunst der Manipulation, um nicht mehr aber auch nicht weniger.
Die Manipulation hat sich heute eher verfeinert als das sie verschwunden wäre.
Täglich lesen oder sehen Sie in den Medien Berichte über den Krieg in Syrien, ganz besonders über Aleppo und die zivilen Opfer, aber kaum etwas über Mossul. Bevor Russland Syrien unterstützte, gab es keine zivilen Opfer in der Berichterstattung, es gab nur 'Kollateralschäden'. Wenn ich lese, Assad oder Putin hätten Aleppo bombardiert, runzelt sich meine Stirn, da ich eher nicht davon ausgehe, dass einer der genannten Personen einen Pilotenschein für Bomber hat. Obama bombardiert laut Medien auch nicht Mossul. Hat auch keinen Pilotenschein.
Fällt Ihnen etwas auf?

Hier können Sie den Beitrag von mir aus dem Jahre 2014 „Die Kunst der Manipulation - Eine leicht verständliche Anleitung“ nachlesen.

In diesem Sinne .. lesen Sie Nachrichten bitte ganz sorgfältig und achten Sie auf Worte.
Auf die manipulative Macht der Worte.
… und auf Manipulationen von Fotos. Auch das berühmte Foto von Robert Capa von dem Milizionär im Moment des Todes im spanischen Bürgerkrieg ist vermutlich eine Fälschung, da zu dem Zeitpunkt in der Region keine Kämpfe stattfanden.

Das Foto ist ein Beispiel für Manipulation. Es könnte für alles mögliche verwendet werden - Rebellen, Polizisten, Kriminelle, reguläre Truppen. Der Wahrheitsgehalt wäre kaum überprüfbar. Tatsächlich sollen es Mitglieder der kroatischen Armee und Polizei sein. Da ich bei Nachrichten so misstrauisch bin, weiß ich natürlich nicht ob das stimmt.

Foto © Nepoznati počinitelj
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