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Alles 'nur' üble Gerüche? Oder doch mehr …. Ergänzt am 06.04.2017
Gedanken - Veröffentlicht am 04.04.2017 19:00 von Helmut Fleischhauer

Foto vom 3.4.2017 Foto vom 3.4.2017 Foto vom 3.4.2017 Foto vom 3.4.2017 Foto vom 3.4.2017 Vor-Ort-Termin in Brożek - 5.4.2017 Vor-Ort-Termin in Brożek -  5.4.2017 Vor-Ort-Termin in Brożek - 5.4.2017
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Ursprünglich veröffentlicht am 08.03.2017
Strafanzeige gegen Unbekannt - Staatsanwaltschaft Cottbus
Strafanzeige gegen Unbekannt in polnischer Sprache - Staatsanwaltschaft Zary Danke an Ewa Wojciechowska (siehe Ende des Beitrages)
WICHTIG: Jeder muss bei Interesse die Strafanzeige persönlich abschicken.

Resolution polnischer Bürger aus der Gemeinde Brody
Fotos von 2011 und 2017

Fotos vom 3.4.2017 und 5.4.2017 in der Bilderstrecke

In der Nacht vom 14. Februar 2017 zum 15. Februar 2017 brach im polnischen Brozek ein Feuer in einer 'Recyclinganlage' für Kunststoffe, so erste Meldungen, aus. Vielleicht war es nur eine Deponie und die Wiederverwertung war überhaupt nicht wirklich geplant. Wegwerfen und eventuell verbuddeln ist ja deutlich billiger, als die Verarbeitung und tatsächliche Rückführung in den Rohstoffkreislauf. Zumindest lassen Recherchen polnischer Journalisten aus dem Jahre 2013 den Verdacht aufkommen.

Da es sich um brennende Kunststoffabfälle handelte, machten sich Bürgerinnen und Bürger in Polen aber auch diesseits der Grenze Sorgen, besonders um die Gesundheit ihrer Kinder und Enkel. Es steckt ja in den Köpfen, dass brennendes Plastezeugs Gift produziert. Ist ja auch so … PVC z.B. setzt bei großer Hitze Salzsäure frei und wird eben durch die Hitze zu Aldehyden umgewandelt. Je nach Art der Aldehyde kann es extrem reizend, z.B. auf die Atmungsorgane, wirken.

Es ist nicht so einfach, eine brennende Mülldeponie mal fix zu löschen. Das kann Wochen oder gar Monate dauern. Je nach Windrichtung sind unterschiedliche Orte betroffen. In den vergangenen Tagen war Forst (Lausitz) durch aggressive Rauchbelästigung betroffen. In den Forster Gruppen bei facebook wurde intensiv lamentiert; andere Forster Bürgerinnen und Bürger machten es besser. Sie wandten sich mit Beschwerden an die zuständigen Behörden.

Das zeigte mehr Wirkung. Zitat aus einer Antwort: „Sehr geehrte ****, sehr geehrter *****,
ich habe Ihre und weitere E-Mails sowie zahlreiche Anrufe zum Anlass genommen und mich nochmals an das zuständige Landesamt für Umwelt gewandt.Leider hat die Kreisverwaltung weder die entsprechende Technik noch das erforderliche fachlich ausgebildete Personal, um in Eigenregie für weitere Aufklärung der Bevölkerung zu sorgen.
Die Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung ist verständlich, zumal die Geruchsbelästigung objektiv wahrnehmbar ist.
Deshalb habe ich gegenüber dem Landesamt für Umwelt die dringende Bitte geäußert, eigene Immissionsmessungen vor Ort vorzunehmen und die Ergebnisse einschließlich der daraus folgenden Schlussfolgerungen hinsichtlich einer möglichen Gesundheitsgefährdung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Da die Zuständigkeit im Immissionsschutz nun mal beim Land liegt, hoffe ich auf eine zeitnahe Reaktion.“
Soweit das Zitat.

Wie heute in der Lausitzer Rundschau berichtet wurde, haben weder der Kreis, noch die Feuerwehr, noch das Landesumweltamt die Messgeräte um überhaupt verifizieren zu können, dass es gesundheitlich unbedenklich ist. Die Messtechnik „sei vermutlich nur in großen Chemiewerken vorhanden“.

Dann frage ich mich, wie es zu einer Aussage kommen kann wie: „Der Rauch und der Gestank sind laut polnischer Behörden unbedenklich.“ Ist so, als würde mein Nachbar Plaste im Garten verbrennen und mir sagen: „Ist gesundheitlich kein Problem; könnt ruhig im Garten grillen.“
Wäre mir dann genug Antwort, um meine Kinder fröhlich in den stinkenden Garten zu rufen. Mit Verlaub, genau das würde ich nicht tun.

Es gibt doch ein renommiertes Chemiewerk in Schwarzheide, einfach mal um Hilfe bitten.

Verehrte Politiker, Sie wurden gewählt, um für das Wohl des Volkes zu arbeiten. Dann tun Sie es bitte auch statt Sand in die Augen der Bürgerinnen und Bürger streuen zu wollen.
Das gilt auch für die zuständigen Leiter der einzelnen Abteilungen in den Behörden.
Noch etwas in eigener Sache. Ich habe eine Hausapotheke, die aus absolut nichts besteht. Schlafe wie ein Murmeltier, vorausgesetzt ich kann das Fenster angekippt lassen. Kopfschmerzen sind mir fast unbekannt. Gestern früh bin ich nach Jahren mal mit Kopfschmerzen aufgewacht und ich war nicht ausgeschlafen wie sonst.
Und genau das lag bestimmt nicht daran, dass der Plastegestank gesundheitlich harmlos ist.

Die Mitglieder der Bundesregierung leisten zum Amtsantritt einen Eid. Darin kommt auch vor: “Zum Wohle des Volkes.“ Das ist leider ein Pseudoeid, da er nicht einklagbar ist.

Liebe Lokalpolitiker, macht es doch besser und schenkt den Bürgerinnen und Bürgern immer klaren Wein ein … so blöde sind die gar nicht.

Nachsatz: Nachrichten vom 6.3.2017 eines polnischen Mediums
Übersetzt via Google Translater

Aktuelle Ergänzung:
Pressemitteilung des Landkreises vom10.03.2017

"Landkreis fordert Unterstützung für Luftmessung in Forst (L.) an
Der Landkreis Spree-Neiße setzt seine Aktivitäten im Rahmen der Bürgeraufklärungsarbeit zum Brand auf dem Recyclinghof im polnischen Brożek fort. Der ABC-Erkunder der Feuerwehr Forst (Lausitz) wird auch in den kommenden Tagen weiter Luftmessungen im weitläufigen Stadtgebiet vornehmen.
Zur Unterstützung der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr hat Landrat Harald Altekrüger heute eine Analytische Einheit bei der BASF Schwarzheide GmbH angefordert. Im Rahmen einer Nachbarschaftshilfe hat das Unternehmen die Bereitstellung von eigenen und externen Messmöglichkeiten zugesichert. Die Einheiten werden die Messtätigkeiten am Montag, den 13. März 2017, in Forst (Lausitz) beginnen."

Genau das mit der BASF in Schwarzheide hatte ich doch angemahnt.

Pressemitteilung des Landkreises SPN von heute, 13.03.2017 um 13:44 Uhr
BASF-Experten nehmen Luftmessungen in Forst (Lausitz) vor
Messergebnisse für kommende Woche erwartet
Wie von Landrat Harald Altekrüger angekündigt, haben am Montag, dem 13.03.2017, Experten von BASF Schwarzheide und dem ERGO Umweltinstitut mittags mit Luftmessungen in Forst (Lausitz) begonnen. Dazu wurden eine Messstation im Stadtgebiet sowie eine Messstation im Forster Umland installiert.
Zur Auswertung werden die genommenen Proben anschließend in ein Labor übersandt und untersucht. Die Ergebnisse der Luftmessungen werden für kommende Woche erwartet und dann umgehend durch den Landkreis Spree-Neiße öffentlich bekannt gegeben.

Forderungen der Bürgerinitiative an die Politik

Forderungen von Bürgern d er Stadt Forst und Cottbus, des Landkreises Spree-Neiße sowie
des BUND Kreisverbandes Cottbus an Gesundheits- und Umweltbehörden des Landkreises Spree-Neiße und Stadt Cottbus wie Verantwortliche im gesamten Land Brandenburg zum
Brand auf der Recyclinganlage in der Nähe von Forst auf der polnischen Seite

Forderungen und Unterschriftenliste als PDF-Datei

Erste Analyseresultate nach Sofort-Immissionsmessungen liegen vor (15.03.2017)

Die Einheit Umwelt der BASF Schwarzheide hat zum Zeitpunkt des Aufbaus der beiden 24-Stunden-Messstationen im Forster Freibad sowie in Groß Bademeusel Kontrollen der Luftgüte, die sich auf einen kurzen Zeitraum beziehen, vorgenommen.

Untersucht wurden Stoffe wie z.B. Salzsäure, Blausäure und Chlor (siehe Anlage). Alle Messwerte lagen unterhalb der jeweiligen Bestimmungsgrenzen und unterhalb der bekannten Expositionsgrenzwerte. Gemäß dem Sprecher der BASF Schwarzheide GmbH, Herrn Arne Petersen, ist somit davon auszugehen, dass bezüglich der gemessenen Brandgaskomponenten keine akute Gesundheitsgefährdung besteht.

Die weitere Analyse der Forster Messdaten erfolgt durch die Firma Ergo Umweltinstitut Dresden. Die Ergebnisse werden für kommende Woche erwartet und zeitnah durch den Landkreis Spree-Neiße auf der Internetseite www.lkspn.de öffentlich bekannt gegeben.

Pressestelle Landkreis Spree-Neiße

Kurzzeitmessergebniss vom 13.03.2017

Fotos 2 und 3: Bürgerprotest (Fotos von a.h.)


PM des Kreises vom 5.4.2017

Landrat Altekrüger besichtigte abgedeckte Brandstelle auf Recyclinghof in Brożek

Landrat Harald Altekrüger machte sich bei seinem heutigen Besuch auf dem Recyclinghof in Brożek ein eigenes Bild von der Situation auf dem Firmengelände und besichtigte die am Wochenende abgeschlossen Abdeckmaßnahmen der Brandstelle. Eingeladen zum Vor-Ort-Termin hatte der Bürgermeister der Gemeinde Brody, Herr Ryszard Kowalczuk.

Harald Altekrüger: „Es war mir wichtig, persönlich das Schadensausmaß auf dem Recyclinghof in Augenschein zu nehmen. Hier liegt schließlich die Quelle für die wochenlangen Rauch- und Geruchsbelästigungen für viele Bürgerinnen und Bürger im Spree-Neiße-Kreis. Was ich heute gesehen habe deckt sich mit den Informationen, die ich von meinem polnischen Amtskollegen in Żary erhalten habe. Die Brandstelle ist tatsächlich vollständig mit Sand bedeckt worden. Wir als Landkreis werden den weiteren Prozess, gerade wenn es um die Frage der ordnungsgemäßen Entsorgung der Brandreste geht, weiter kritisch und konstruktiv begleiten. Zudem setzen wir wie angekündigt unsere Messaktivitäten auf deutscher Seite fort. So hat gestern das Landesamt für Umwelt in Abstimmung mit dem Landkreis und der Stadt Forst (Lausitz) Bodenproben von acht verschiedenen Standorten in Forst (Lausitz) zur Schadstoffuntersuchung genommen, die nun vom Landeslabor Berlin-Brandenburg analysiert und ausgewertet werden.“

Quelle: Pressestelle Landkreis Spree-Neiße

Ewa Wojciechowska
Hallo an alle Mitkämpfer,
ich will mich bei Euch Allen ganz herzlich bedanken!
Eure Initiative - überwiegend doch - auf der deutschen Seite hat sich als die wichtigste Aktion, die ernst genommen wurde erwiesen! Die ganze Entwicklung hat richtig erst mal begonnen und wir können noch lange nicht über den Vorgang als abgeschlossen reden, aber wenigstens wird uns hoffentlich die toxische Rauchwolke nicht mehr permanent begleiten.
Ich hoffe auch, dass durch unsere Engagement die Bevölkerung mit unseren Unterstützung und Mitwirkung auf der polnischen Seite nicht nachlässt. Auch an der Stelle möchte ich Euch bitten nicht aufzugeben, wenn die große Schande mit Sand zugedeckt ist und Grass drüber wächst. Es muss hier verschwinden deswegen bleiben wir dran.
Leider ruf mein Job!! und ich muss am Montag wieder nach Tschechien, kann nicht an der Demo teil nehmen, wahrschienlich auch am Mittwoch nicht - Schade.

Viel Kraft und Mut wünsche ich Euch!
Schönen Gruß
Ewa Wojciechowski