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2. Johannesgaudium in Forst (Lausitz) in bester Stimmung
Erlebnisse - Veröffentlicht am 24.06.2015 09:53 von M. Jahn


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Am Wochenende des 20. / 21. Juni Anno 2015 wurde das 2. Johannes Gaudium im kleinen Städtchen Forst /Lausitz an der wunderschönen Neiße veranstaltet. Wortgewand und beständig „verreimt“ führte Theo Theodor durch das Programm, die Lacher waren auf seiner Seite.
Die Veranstalter luden ein zur urigen Sommersonnenwendfeier, schließlich erreicht die Sonne am heutigen Sonntag ihren höchsten Stand. Der Tag an dem der längste Tag und die kürzeste Nacht herrscht wird auch Mittsommer genannt. Dieser soll auf einen steinzeitlichen Kalender zurückgehen. Er markiert offiziell das Ende des Frühlings und den Beginn des Sommers.

Was liegt an einem solchen Datum näher, als viele Freunde einzuladen, viele Gäste noch dazu, um diesen Jahreswechsel gemeinsam mit Tanz und Musik zu feiern. Musikalisch unterhielten Draco Faucium, Nachtgeschrei und Ragnarök am Sonnabend die Leute, am Sonntag kam feine handgemachte Musik von Media Noctis hinzu. Rondo Lusatia – die historische Tanz-und Musikgruppe aus Forst zeigte alte Tänze von vor 500 Jahren und ludt das Publikum auch zum mittanzen ein.

Das es am Sonnabend immer wieder arg nass von oben wurde- nun dies läßt sich leider nicht steuern, tat der Stimmung aber insgesamt keinen Abbruch. Man suchte sich einen Unterstand bei einem der zahlreichen Händler, und macht einfach das, was man schon seit Jahrhunderten machte- man kam ins plaudern. Nun hatte man so richtig Zeit um sich die Waren anzuschauen, und sich auch ausführlich von den vielen Handwerkern ihr Gewerbe erklären zu lassen. Manchmal geschieht so etwas eben ganz zufällig.

Ob bei der charmanten und immer gut gelaunten Filzerin, bei den Schmuckständen , dem Schmied, dem Böttcher, dem Lederer, dem Medikus, den Töpfern, überall wurde man freudig begrüßt, wenn möglich unter einem Dach mehr oder weniger trocken gehalten und unterhalten.

Wer fragt, bekommt auch viele Antworten. Man konnte viele alte Gewerke anschauen. Hand aufs Herz, wer sieht denn schon öfter einen Gerber bei der Arbeit ? Am Sonntag galt es ein Wildschwein zu bearbeiten.Man macht sich in der heutigen Zeit meist gar keine Gedangen mehr darüber, was wir auf dem Teller haben- es ist Fleisch oder Gemüse- und wir kaufen es einfach. Das es aber mühsam ausgesät , zum Wachstum gebracht und dann geerntet wird- damit beschäftigen wir uns zumeist nicht mehr. Oder die Tiere, die als schmackhafte Speise unseren hungrigen Magen füllen, wie mühsam die Zubereitung ist, das hat man schon lange verdrängt. Deshalb doppelt schön, wenn man auf so einem Markt mal wieder live erleben kann, wie für unsere Lebensbedürfnisse gesorgt wird.

Für die Kinder waren die Wolkenburger Landsknechte von Interesse, demonstrierten sie doch lautstark wie ihre alten Büchsen und auch Kanonen funktionierten. Aber auch die Vorführung der Hirschfelder Blide war bei den Zuschauern gut besucht, schoß man hier jedoch aus Sicherheitsgründen nicht mit Steinen sondern mit weicheren Kugeln.

Was wäre ein Markt ohne Kämpfer- die Gruppe Hartigo zeigten Vollkontaktkämpfe- die zum Glück auch alle unbeschadet überstanden haben. Es wären noch viele andere Dinge zu erwähnen, die man aber gar nicht alle aufzählen kann.

Aber auch der Bettler Hans Nuss war auf dem Markt unterwegs, um seinen Lebensunterhalt einzusammeln. Die meisten Besucher hatten ein guten Herz, und gaben eine Kleinigkeit in seine hölzernen Schale. Vielleicht nahmen sie aber vorher auch am Exkurs mitelalterlicher Bestrafungen mit den deutschen Hochmeisterorden teil, und waren einfach froh, in der heutigen Zeit zu leben.

Der Sonnabend Abend wurde dann gegen 22.30 Uhr mit Ravenchild gut ausgeleuchtet- diese inzwischen größte Feuershow der Lausitz war der abendliche Höhepunkt auf dem Markt.

Schön, dass es in der Lausitz wieder ein solches Fest gibt, und war gleichzeitig auch schon ein kleiner Vorgeschmack auf die 750- Jahrfeier der Stadt, die dann am 10.-12. Juli in Forst stattfindet.

Habt alle eine schöne Zeit...