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15. Internationale Folklorelawine bei tropischen Temperaturen in Forst (Lausitz) im Rosengarten (Teil 1)
Erlebnisse - Veröffentlicht am 05.07.2015 18:10 von M. Jahn


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Am Sonnabend , dem 2 Tag der Folklorelawine in der Lausitz, war es nicht nur warm , sondern so heiß, das sich die sehr übersichtlichen Forster Zuschauer komplett auf die rechte Seite der Bühne vor der unbarmherzigen Sonne geflüchtet haben. Unter den am Abend wieder duftenden Linden, konnte man es gerade so zu Beginn der Veranstaltung um 14.00 aushalten, denn der Planet glühte.

Geglüht, aber auch vor lauter Temperament, haben die über 400 mitwirkenden Tänzer/innen sowie Musiker, die aus 13 Ländern aus 3 Kontinenten den weiten Weg in die Lausitz auf sich nahmen, um hier unter Gleichgesinnten und zur Freude der Zuschauer, ihre Kultur aber vor allem ihre unbändige Lebensfreude zum Ausdruck bringen konnten.


Es war diesmal eine sehr unterschiedliche Zusammenstellung-von sehr temperamentvoll bis äußerst getragen. Deutlich in der Gunst der Zuschauer lagen jedoch jene Gruppen, die tänzerisch mit hohem Niveau aber vor allem auch stimmungsvollen -und schwungvollen Darbietung die Herzen der Zuschauer erreichten.

Schottland eröffnete mit der Dunedin Dance Academy & North Berwick Band. Sie sind was die Folklorelawine betrifft, schon alte Hasen und immer gern gesehen Gäste. Besonders die Kinder standen in der Gunst des Publikums. Nach den schwungvollen Tänzen der restlichen Tanzcompany ging es mit feiner hangemachter Musik der deutschen Gruppe Rumpelstolz weiter. Diesen kleinen Stilbruch mußte man erst einmal verarbeiten, denn von den sehr schwungvollen Schotten zuckten immer noch die Beine und man mußte innerlich 2 Gänge runterschalten.

Anschließend ging Weißrussland mit dem Kindertanzensemble „Polesianochcka“ an den Start. Die Tänzer/innen waren alle in schmucken, wie man das von der russischen Folklore gewöhnt ist, Kostümen auf die Bühne. Diese waren überhaupt bei so einigen Gruppen im Laufe des Tages ein Augenschmaus.


Um die heiße Mittagszeit verbrachten die verschiedene Gruppen ihre Pause entweder im Forster Schwimmbad, welches gleich um die Ecke ist, oder dösten noch ein paar Minuten irgendwo im Schatten. An den Künstlerzelten erklang die eine oder andere Melodie, hier waren die Spanier noch am Proben mit ihren Gitarren und Mandolinen.


Nach Weißrussland mit ihren auch sehr temperamentvollen Tänzen kam das polnische Folkloreensemble „Fajna Ferajna“ rein musikalisch ins Programm. Sie hatten keine Tänzer dabei, waren aber ein Ensemble aus 10 Musikern. So ein wenig fehlten hier aber die Tänzer , stellten einige Zuschauer fest. Nur Musik ist dann aber natürlich auch wieder Geschmacksache.


Nachem die indische „Gujarat Art Academy“ sich im Pergolenhof vorbereitete und ihre Feuerschalen für den Kopf einsatzbereit gemacht haben ging es dann wieder bunt und äußerst melodisch mit handgemachter Musik weiter. Auch die überall glitzernden wunderschönen Kleider der Tänzerinen waren wundervoll anzuschauen. Erstaunlich wie man mit einer brennenden Feuerschale auf dem Kopf so souverän balancieren und tanzen kann.


Die Dschungelmänner kamen aus der Publikumsseite auf die Bühne-balancierten auf dem Bühnenrand und zeigten dann ihre rhythmischen Tänze. Besonders ihre kreative Körper-Bemalung war für die Zuschauer interessant.


Nach Indien erfreute das bulgarische Kindertanzensemble „Plamache“ die in der Glut ausharrenden Zuschauer. Stets mit einem Lächeln auf den Lippen, in dicken Traditionskleidern tanzen sie sich immer sehr gut synchron die Seele aus dem Herz. Eine kleine Hommage gab es an den Rosengarten, denn sie führten als Eröffnungstanz einen sehr sinnlichen Rosentanz auf- mit einer aufgehenden Blüte zu Beginn - dies war eine besonders schöne Choreographie. Derweil erwärmte der kleine Derwisch am Rande der Bühne seine Muskeln für den bevorstehenden Tanz. Am Ende gab es jede Menge Derwische die dann mit dicken Pudelmützen über die Bühne wirbelten. Begleitet wurden sie von Live-Musikern, was immer ein besonderes Schmeckerchen zu so einem Festival ist.

Nach jeder Darbeitung wurden Gastgeschenke ausgetauscht-und wer anders als die Forster Rosenköniginn in ihrem Revier, sowie der Forster Bürgermeister Philipp Wesemann waren hier die Vertreter der Stadt. Herrmann Kostrewa vom Landkreis Spree-Neiße war hier der Ansprechpartner, schließlich ging die Initiative vor 15 Jahren vom damaligen Landrat Dieter Friese aus, und wohl kaum jemand hätte damals gedacht, welchen traditionellen Stellenwert sie einmal bekommen würde. Inzwischen ist die Folklorelawine aus der Lausitz nicht mehr wegzudenken.

Dies war der erste Teil der Folklorelawine, es folgen in einem weiteren Bericht dann noch Spanien, die Slowakei, Zypern, Canada, Estland, Türkei sowie Russland.